Review: PSD Bank Flight Night Düsseldorf

Am Freitag fand eines der ersten Sportevents Deutschlands mit Publikum, seit Beginn der Corona-Krise, statt. Bei der PSD Bank Flight Night zeigten die besten deutschen Stabhochspringer (+ den Niederländer Menno Vloon) im Düsseldorfer Autokino, ihr Können. Es war somit der erste Stabhochsprungwettkampf weltweit, der in einem Autokino stattfand. Sport im Autokino? Kann das funktionieren? Wie ist die Atmosphäre bei einem solchen Event? In den folgenden Zeilen möchte ich euch die Antwort darauf geben.

Als wir eintrafen begann die Sonne bereits unterzugehen. Somit ergab sich ein wunderschönes Bild beim Blick über das Gelände. Die Protagonisten des Abends waren sich da auch bereits am Einspringen. Da die Autos rundherum um die Anlage verteilt wurden, hatte man von überall nahezu perfekte Sicht.

Im vorderen und hinteren Bereich befanden sich jeweils Sanitäranlagen. Direkt neben der Sanitäranlage im vorderen Bereich befand sich auch der Gastronomie-Container. Vorab gab es bereits die Möglichkeit Essenspakete zubestellen. Diese mussten dann nur noch abgeholt werden. Das Ganze funktionierte im Übrigen absolut reibungslos und ist daher wärmstens zu empfelen, falls ihr in nächster Zeit auch bei einer Veranstaltung im Düsseldorfer Autokino sein solltet.

Kommen wir aber zum Sportlichen.

In der Kürze der Zeit und für die aktuelle Situation haben die Veranstalter ein sehr starkes Line-Up im Bereich des Herren Stabhochsprungs zusammengestellt. Mit Raphael Holzdeppe, dem amtierenden deutschen Meister Bo Kanda Lita Baehre und Torben Blech war die Riege der besten deutschen Profis am Start. Neben Philip Kass und Karsten Dilla wurde das Teilnehmerfeld, wie bereits ewähnt, durch den Rekordhalter aus den Niederlanden, Menno Vloon, ergänzt.

Die Anfangshöhen der Protagonisten lagen irgendwo zwischen 5 und 5 Meter 40. Es entwickelte sich schnell ein sehr interessanter Wettkampf mit starken Sprüngen.

Leider gab es dann eine grosse Unbekannte, mit der im Vorfeld nicht zu rechnen war. Das Wetter! Extrem unerwartet kam es zu einem leichten Unwetter inklusive relativ starker Windböen. Gift für einen Stabhochsprungwettkampf!

Deshalb kam es erst einmal zu einer Zwangspause. Diese wurde allerdings ziemlich unterhaltsam für uns Zuschauer gestaltet. In erster Linie in Form von Interviews. Den Höhepunkt stellte da definitiv das Interview mit, Ehrengast und EX- Profi Tim Lobinger dar. Er erzählte vor allem aus seiner Karriere und von seinem Kampf gegen den Krebs. Dieses Thema stand sowieso im Mittelpunkt der ganzen Veranstaltung. Für die ersprungenen Höhen spendete die PSD Bank insgesamt 17.000 Euro an die Kinderkrebshilfe der Uniklinik Düsseldorf.

Nach einer längeren Unterbrechung ging es dann glücklicherweise doch noch sportlich weiter. Allerdings merkte man den Profis die längere Unterbrechung, und dass es ihr erster Wettkampf der Saison war, an. So endete der Wettkampf dann bei geringeren Höhen, als sie sonst vermutlich möglich gewesen wären.

Torben Blech sprang mit 5 Metern 55 zum Sieg, gefolgt von Bo Kanda Lita Baehre und Philip Kass auf einem geteilten 2. Platz. Der gebürtige Bremer Kass lieferte einen starken Wettkampf und blieb nur einen Zentimer hinter seiner persönlichen Bestleistung zurück. Er zeigte sich im Nachinein auch sichtlich zufrieden.

Im Übrigen erhielten die Protagonisten, stilecht, Pokale in Form von Radkappen. Wie es sich in einem Autokino gehört.

Besonders hervorheben muss man die Atmosphäre und generell das Publikum. War mir vorher nicht wirklich klar, womit man da in einem Autokino rechnen darf, war ich positiv überrascht. Es entstand eine ganz eigene, euphorisierende Stimmung. Für Veranstaltungen dieser Art gibt es mittlerweile extra die Meinapplaus App. Mit Hilfe dieser App kann man seine Begeisterung mit den Teilnehmern teilen. Diese wird dann auf Boxen nahe der Sportler übertragen. Die Möglichkeit wurde auch relativ gut angenommen. Alternativ kamen Warnblinkenanlagen und ganz oldschool: Klatschende Hände zum Einsatz.

Somit entstand eine Eigendynamik die einfach nur Spass machte und dafür sorgte, dass der Abend genau dazu wurde, wofür er gedacht war. Eine willkommene Abwechslung in diesen so schwierigen Zeiten. Generell hatte ich das Gefühl, dass alle Anwesenden einfach nur froh waren, mal wieder ein bisschen Live-Sport geboten zu bekommen. Gerne wieder!

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